Verbandsliga, 1. Runde: SG KK Hohentübingen – SV Tübingen 5.5:2.5

Auftakt nach Maß: Fulminanter Derbysieg!

Was für ein Start in die erste Verbandsliga-Saison: Gleich zum Auftakt gab es das reizvolle Duell Hohentübingen gegen „Niedertübingen“, sprich den SV Tübingen, und der Aufsteiger bezwang den routinierten Gegner glatt mit 5.5:2.5! Damit wurde sogar gleich die Tabellenführung übernommen. Auf dem Teppich bleiben sollte man zwar trotzdem, denn Tübingen spielte erstens nur zu siebt und hatte zweitens einen ungewöhnlich schlechten Tag. Dennoch war es eine gute Leistung des Neulings und wenn dieses Spielniveau beibehalten oder sogar ausgebaut wird, muss man sich zumindest um den Klassenerhalt keine Sorgen machen.

Nach einer halben Stunde hatte Bernd Staufenberger (6) schon den vollen Punkt, weil Thomas Claus nicht erschien, was von Tübinger Seite aus offenbar nicht geplant war. Dem Vernehmen nach lag es wohl an einem kommunikativen Missverständnis. Etwas schade für Bernd, der ziemlich heiß auf das Spiel war, aber für die Mannschaft war es natürlich ein nützlicher Punkt. Bald kam sogar noch ein zweiter hinzu, da der frisch in die Mannschaft aufgerückte Lauritz Jansen (8) einen gelungenen Einstand feierte. Gegen Bernhard Koppenhöfer opferte er recht früh einen Bauern und erhielt dafür zwar Kompensation, aber eigentlich noch nichts Handfestes. Der Gegner war aber auf dem falschen Fuß erwischt und brach schnell zusammen. Sicherlich keine brillante Verteidigungsleistung, aber Lauritz' schwungvolle Partieführung war jedenfalls gut anzusehen. Jonathan Reichel (3) spielte gegen Reinhard Sonnberger eine Remispartie, die sich immer ungefähr im Gleichgewicht bewegte. Sonnberger baute zunächst ein breites Bauernzentrum auf, doch Jonathan reagierte adäquat und erhielt genügend Gegenspiel. Schließlich kam es zu einer ziemlich festgefahrenen Position, in der die Punkteteilung folgerichtig war. Auch bei Matthias Hönsch (1) schien es auf ein Remis hinauszulaufen, denn die Partie plätscherte zunächst ruhig dahin und es bahnte sich schon eine größere Abtauschaktion an. Plötzlich leistete sich Jürgen Roth jedoch einen schweren Aussetzer und übersah eine tödliche Doppeldrohung, die ihn auf der Stelle zur Aufgabe zwang. Es drohte schon fast ein Debakel für den SVT, aber wenigstens holte Olaf Schmidt den ersten Sieg für seine Mannschaft, wobei Kai Schumann (5) der Leidtragende war. Dieser geriet schon früh aus dem Konzept, da Schmidt bereits in der Eröffnung einen unerwarteten Königsangriff startete. Kai probierte es mit Gegenspiel im Zentrum, was nach klassischen Prinzipien zwar logisch war, aber aus konkreten Gründen seine Probleme nur vergrößerte. Plötzlich waren die Drohungen nicht mehr alle zu parieren. 3.5:1.5 also nach relativ kurzer Spielzeit und das nächste Ergebnis ließ auf sich warten, da alle übrigen Partien bis ins Endspiel gingen. Dieses sah vor allem für Michael Schwerteck (4) recht gut aus, da er einen dominanten Springer gegen Farhad Khadempours schlechten Läufer besaß. Trotz der optischen Vorteile war die Sache eigentlich durchaus zäh, aber Khadempour fand keinen guten Verteidigungsplan und brockte sich vor allem durch völlig verfehlte Bauernführung immer größere Probleme ein. Am Ende konnte Michael in ein leicht gewonnenes Turmendspiel abwickeln, wonach der Mannschaftssieg bald amtlich war. Richtig spannend verlief die Partie zwischen Karsten Neurohr (2) und Christoph Frick. Aus der Eröffnung heraus entwickelte Karsten zunächst positionelle Vorteile, übersah dann aber einen gewitzten taktischen Konter. Danach wurde es sehr verwickelt und an einer Stelle verpasste Frick einen spektakulären Remisweg. Karsten übersah seinerseits allerdings einen forcierten Gewinn (beiden ist übrigens kein Vorwurf zu machen, da es wirklich kompliziert war), so dass am Ende ein Turmendspiel mit drei Bauern für Karsten (f, g und h) gegen zwei für Frick (f und h) herauskam. Hier hätte der erfahrene Tübinger eigentlich mit einer ziemlich einfachen und geradlinigen Methode remisieren können, tat dies aber erstaunlicherweise nicht, sondern zog nur planlos herum. Als die Lage schon ziemlich ungemütlich für ihn wurde, folgte sogar noch der totale Blackout in Form eines Turmeinstellers. Vier Punkte Vorsprung für die Kökis, da musste man sich schier die Augen reiben! Am Ende verlor Jörg Jansen (7) noch sein undankbares Endspiel gegen Klaus Weber, was aber (außer vielleicht ihn selbst) keinen mehr groß störte. Jörg hatte sich zunächst eine elastische Stellung aufgebaut, dann aber in einem ungünstigen Moment die Damen getauscht, wonach es schon etwas unbequem wurde. Halbwegs im Rahmen wäre es noch gewesen, allerdings ging etwas später durch einen Rechenfehler auch noch ein Bauer verloren. Danach war trotz aller Bemühungen nichts mehr zu retten.

Ein paar interessante Fragmente aus dem Spiel werden übrigens im Köki-Blog veröffentlicht, sobald der Berichterstatter die Zeit dafür gefunden hat.


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