27. - 30. Dezember 2018: DVM U16

Im Rahmen der Erwartungen

(Bericht von Martin Schmidt)

Der Abschluss des Schachjahres! Der Höhepunkt! Und für drei unserer Spieler (Mathis Hofele, Moritz und Yannik Hurm) auch das letzte Mal die Möglichkeit an einer Deutschen Vereinsmeisterschaft teilzunehmen (sollten sie sich nicht über die Liga für die U20 qualifizieren - aber das ist eine andere Geschichte). Vervollständigt wurde die Mannschaft durch die beiden U14er Georg Jakob und Tim Aptyka, so dass auch in jeder Runde ein Spieler aussetzen musste (oder durfte?), das regelten die fünf aber größtenteils unter sich.

Die Geschichte der ersten Runde (aus unserer Sicht): Gegen die SG Leipzig bringt Moritz in der Eröffnung ein inkorrektes Figurenopfer, auf das der Gegner allerdings mehrfach komplett falsch reagiert und in großen Nachteil gerät. Gerade als er denkt sich konsolidiert zu haben und Remis anbietet schlägt Moritz a tempo mit einem Turmopfer zu und erzwingt die sofortige Aufgabe.

In Runde zwei wartet dann das Lokalduell gegen Bebenhausen. Georg spielt am Spitzenbrett gegen seinen alten Rivalen Lars Waffenschmidt eine sehr feine Spanischpartie, zumindest dem unbedarften Betrachter nach. Dauernd ist die schwarze Stellung unter Druck und schließlich fällt eine Qualität. Der Rest ist einfach. Moritz wurde dagegen in der Eröffnung auf dem komplett falschen Fuß erwischt und stand schon bald auf Verlust, dagegen halfen auch seine bekannten Trickkünste nicht. Mathis stieg mit einem Sieg in das Turnier ein, der auch nie in Gefahr schien. Die ganze Zeit hatte das Königskind die Stellung im Griff und gewann einen Bauern, der dank verbundener Freibauern bereits sicher zum Sieg reichte. Auch Yannik ließ seinem ratingsmäßig klar schwächerem Gegner keine Chance - 3:1!

Ebenfalls keine (oder fast keine) Chance hatten unsere Jungs dann in der dritten Runde gegen die Biebertaler Schachfreunde. Georg sah Gespenster und warf ein vermutlich haltbares Endspiel weg und Tim hätte zwischendurch kurz ausgleichen (oder sogar in Vorteil kommen können), aber letztendlich war der Sieg von Tims Gegner genauso verdient wie das 4:0 der Biebertäler.

In der vierten Runde folgte gegen badischen Vertreter SK Gernsbach wieder ein Sieg. Yannik und Tim gewannen gegen ihre 1100+ Gegner, wobei Tim mit einem komplett inkorrekten Figurenopfer schon sehr Caissa bemühen musste, während Mathis Remis spielte. Etwas überraschend Georgs Niederlage am Spitzenbrett, der sich zu einer weiteren carlsenaesk gespielten Partie anschickte, bevor ihn zwei sehr uncarlsenmäßige Fehler auf die Verlierstraße brachten.

Mit Post SV Uelzen wartete in der fünften Runde der nächste schwere Gegner, gegen den wir jetzt Georg pausieren ließen. Leider verwaltete Moritz das Spitzenbrett nicht ganz so gut und übersah gegen den immerhin 2200er eine Eröffnungsfalle. Mathis geriet nach 1-2 ungenauen Zügen ebenfalls unter die Räder, nachdem er eine Computervariante verständlicherweise nicht gefunden hatte. Und auch Tim blieb in einer Isolanivariante auf dem Isolani in einem schlechteren Endspiel sitzen und verlor zu viele Bauern. Einzig Yannik hielt die Tübinger Fahnen hoch und baute seine Topscorerposition aus, nachdem sein Gegner schon in der Eröffnung einen Bauern wegstellte. Darauf beschwor er Verwicklungen herauf, in denen zuerst zwar Yannik fehlgriff, aber kurz darauf der Uelzener selber Panik bekam und die Partie wegschenkte.

Die sechste Runde brachte mit Porz dann wieder einen Gegner in unserer Kragenweite. Yannik brachte die Mannschaft in Führung als sich sein Gegner in schwieriger, aber dennoch ausgeglichener Stellung einen Läufer fingen ließ. Georg erhöhte mit einem Sieg in einer von ihm ausgearbeiteten Eröffnung gefolgt von einem Qualitätsopfer. Moritz hatte als einziger einen überlegenen Gegner vor sich sitzen, erledigte diese Aufgabe aber auch mit Schwarz souverän, vor allem nachdem sein Gegner etwas übermotiviert eine Figur opferte. Mathis erarbeitete sich eine schöne Stellung und hätte auch einmal den Sack mit einem Qualitätsopfer zu machen können, rutschte stattdessen aber nach und nach in eine leicht schlechtere Stellung, ohne aber in Verlustgefahr zu sein.

Topmotiviert gingen die vier Jungs in die letzte Runde, wobei wir unseren Topscorer Yannik dieses Mal zu Hause (oder eher: im Zimmer) ließen. Als erster wurde dieses Mal Georg fertig, wobei er sich ärgerte: Er hätte Vorteil erzielen können. So blieb es bei einem Remis. Moritz hatte dagegen eher den einen oder anderen schwierigen Moment zu überstehen, aber sein Gegner hatte es schwierig, irgendwelche Vorteile zu verdichten und Moritz wickelte in ein gleichstehendes Läuferendspiel ab.

Tim hätte nach der Voraussage des Trainers eigentlich als erster fertig sein müssen, aber da hatte er noch den schnellspielenden Tim im Gedächtnis. Dieser neue Tim kämpft und hätte in der erst am vorherigen Abend kennengelernten Panov-Variante sogar großen Vorteil erzielen können, aber dies zu rechnen war nicht einfach und am Ende blieb dann nur noch der einsame Isolani-Bauern übrig - beziehungsweise nicht mehr übrig. Nun musste Mathis gewinnen um das Turnier nicht mit einer Niederlage abzuschließen. Er brachte ein interessantes Bauernopfer und übte die ganze Zeit Druck aus, der schließlich in einem Qualitätsgewinn resultierte. Die Partie war entschieden - aber die Mannschaft fieberte mit, wann sie entschieden sein würde, schließlich würde der Zug nach Hause nicht auf uns warten. Das Notfalltaxi war bereits bestellt, als Mathis mit der Siegnachricht aus dem Turniersaal kam und wir rechtzeitig aufbrachen, um unseren Bus zu erwischen.

Damit ging eine schöne DVM zu Ende. Wir landeten ungefähr in unserer Erwartung, mit vielen schönen und einigen lehrreichen Partien. Ich möchte mich bei allen fünften für eine schön Zeit bedanken sowie bei Marius Hurm, der die Mannschaft in den ersten beiden Tagen alleine organisiert hat und später immer bei der Eröffnungsvorbereitung mit dabei war. Dazu natürlich bei den fahrenden Eltern.

Gruppenfoto der U16
v.l.n.r.: Mathis, Tim, Moritz, Yannik, Georg
Quelle: https://www.deutsche-schachjugend.de/2018/dvm-u16/sg-koenigskinder-hohentuebingen/

1.Runde 2.Runde 3.Runde 4.Runde 5.Runde 6.Runde 7.Runde Summe
U16 SG Leipzig Beb. Biebertal Gernsbach Uelzen Porz Tegernsee
Georg Jakob 0 1 0 0 1 1/2 2.5/6
Moritz Hurm 1 0 0 0 1 1/2 2.5/6
Mathis Hofele 1 0 1/2 0 1/2 1 3.0/6
Yannik Hurm 0 1 1 1 1 4.0/5
Tim Aptyka 0 0 1 0 0 1.0/5
Spielergebnisse 1.0 3.0 0.0 2.5 1.0 3.5 2.0 13.0/28

Rang Mannschaft (20 Teams) MP SoBe BP
1 Hamburger SK 11-3 155.5 20.0
2 SG Leipzig 11-3 153.5 18.5
3 Reideburger SV 90 Halle 11-3 151.5 19.5
13 SG KK Hohentübingen 7-7 64 13.0
18 SK Bebenhausen 4-10 47.5 10.0

1.Runde 2.Runde 3.Runde 4.Runde 5.Runde 6.Runde 7.Runde Summe
U10 Weimar Lübeck Raesfeld Neumarkt Stadtilm Bindlach Hettstedt
Tatiana Moldovan 1 0 0 1 1/2 0 0 2.5/7
Lukas Pfersich 1 0 0 0 1/2 1 1/2 3.0/7
Stela Moldovan 1 1/2 0 0 1 1 1 4.0/5
Tudor Moldovan 1 1/2 1 1 0 1 1 5.5/7
Spielergebnisse 4.0 1.0 1.0 2.0 2.0 3.0 2.5 15.5/28

Rang Mannschaft (63 Teams) MP SoBe BP
1 Schachzentrum Bemerode 12-2 213.5 22.5
2 Hamburger SK 12-2 176 19.5
3 Düsseldorfer SV 12-2 156.5 18.0
25 SG KK Hohentübingen 8-6 100 15.5
35 SK Bernhausen 7-7 66 12.5


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